Wie lernt unser Gehirn? Offensichtlich wie ein Sportler seinen Sport erlernt: Durch Wiederholungen werden seine zunächst ungenauen Bewegungsmuster immer "zielsicherer".
Mehr als 100 Milliarden Nervenzellen sind in unserer Großhirnrinde die Bausteine eines komplizierten Netzwerkes. Über sogenannte Dornfortsätze sind sie miteinander verbunden. Diese werden bei Lern- und Erinnerungsvorgängen stetig umgestaltet. Dabei werden solche neuen Eindrücke (Signale) dann vielfältig mit anderen verknüpft, wenn sie in einem sinnvollen Zusammenhang zu stehen scheinen. Während des Lernprozesses - also bei mehrmaliger Wiederholung derselben Signale - werden überflüssige Dornfortsätze wieder abgebaut - zugunsten der relevanten Verknüpfungen.

Erforscht wurde das an Mäusen: Nach Berühren eines ihrer Tasthaare wurde ein kleiner Luftstoß auf ein Auge abgegeben. Schnell lernten die Mäuse rechtzeitig die Augen zu schließen. Je besser sie auf diesen Reiz sinnvoll (!) reagierten, je gewisser also ihnen der Zusammenhang zwischen Tasthaarberührung und Luftstoß wurde, desto mehr Dornfortsätze bildeten sich wieder zurück, im Mittel etwa 15 Prozent.
Ein Dornfortsatz (ca. 1 Mikrometer im Durchmesser) einer Großhirnnervenzelle einer lernenden Maus wird abgebaut. Zwei Bilder an zwei verschiedenen Tagen (roter Pfeil: fehlender Dornfortsatz).
Quelle: Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)
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